Dr. med. Adriane Röbe

Schlafstörungen

Dr. med. Adriane Röbe

Schlafstörungen

Jeder hat schon einmal eine Nacht schlecht geschlafen. Aber ist das gleich eine Schlafstörung?

Schlaf

Wir schlafen etwa ein Drittel unseres Lebens. In den meisten Schlafphasen handelt es sich um einen Zustand relativer kör- perlicher Ruhe und Blockierung von Aussenreizen. Der Schlaf ist individuell und unterscheidet sich in der Schlafdauer und Schlafarchitektur sowie ob jemand eher ein Frühaufsteher (Lerche) oder ein Nachtmensch (Eule) ist. Es ist nicht leicht zu definieren, wo Schlafstörungen anfangen. Sie sind jedoch ein grosses Problem, von dem ca. 25 Prozent der Bevölkerung betroffen sind.

Schlafstörungen

Definition
Medizinisch werden sie in organische und nicht-organische
Schlafstörungen unterteilt.

Schlafstörungen nicht organisch

  • Dyssomnien: Störung der Dauer, Zeit, Frequenz…
    – Insomnie
    – Hypersomnie
  • Parasomnien: abnorme Phänomene
    – während des Schlafs
    – Schlafwandeln
    – Albträume

Schlafstörung organisch (körperlich)

  • Dyssomnien: Störung der Dauer, Zeit, Frequenz…
    – Narkolepsie
    – Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
    – Restless-Leg-Syndrom

Aufgrund der grossen Praxisrelevanz widmet sich der Artikel im weiteren den nicht organischen Dyssomnien.

Schlafstörungen nicht organisch

Die Insomnie ist erst einmal ein subjektives Phänomen: Es ist die individuelle Wahrnehmung eines möglicherweise gestörten Schlafes. Man spricht von einer manifesten Erkrankung, wenn die Beschwerden (Ein- und Durchschlafstörungen, Schlafqua- lität, Früherwachen) über eine Dauer von mindestens einem Monat, mindestens dreimal die Woche vorkommen und zu Einbussen des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit am Tag führen. Die Hypersomie ist eine manifeste Erkrankung wenn eine Beeinträchtigung über mindestens 1 Monat fast täglich (Tagesschläfrigkeit bzw. 1-2 h verlängerte Schlafdauer) oder episodisch über längeren Zeitraum mit Beeinträchtigung der beruflichen Leistung oder sozialen Aktivitäten besteht.

Teufelskreis der Schlafstörungen
Wie kommt es zu Schlafstörungen? Zusammenfassend ist es eine Kombination aus Reaktionen des Körpers mit dem was man denkt. Ein Wechselspiel daraus sorgt für das Entstehen und das Aufrechterhalten von Schlafstörungen.

Schlafstörungen

Was tun, wenn jemand über Schlafstörungen klagt?

Diagnostik

Das wichtigste ist eine genaue Befragung, denn es gibt viele Gründe für Schlafstörungen. Diese gilt es herauszufinden und nach Möglichkeit zu beheben.

  • Externe Faktoren (Alkohol, schweres Essen abends, Medikamente, Schichtarbeit, Jetleg …)
  • Körperliche Gründe (Schilddrüse, Restless Leg, Schlafapnoe …)
  • Vorbehandlungen/Nebenwirkungen (Medikamente)
  • «Schlafhygiene»

Abklärung Schlafstörungen

Wichtigster Punkt nach Abklärung und Beratung ist die Anleitung zur Schlafhygiene. Entspannungsverfahren und Phytotherapeutika können unterstützen.

10 Regeln der Schlafhygiene

  • Körperliche Tätigkeit fördert Müdigkeit.
  • Kein Leistungssport, sondern z.B. Abendspaziergang
  • Abends nur leichte Mahlzeiten
  • Kaffee, Tee und andere Stimulanzien können stören
    Alkohol erleichtert Einschlafen, beeinträchtigt Durchschlafen
  • Schlafzimmer: wohliges Bett, Dunkelheit, Ruhe
  • Schlafzeit knapp bemessen: Schlafdefizit ist unangenehm aber nicht gefährlich.
    Mittagsschlaf programmiert abendliche Schlafstörungen
  • Regelmässigkeit: Zur gleichen Zeit zu Bett gehen und aufstehen.
    Einschlafritual: Monotonie hilft einschlafen
  • Lieber aufstehen und lesen als stundenlang im Bett wälzen
  • Paradoxie: «Ich will nicht einschlafen».
    Durchbrechen des Terrors der Erwartungshaltung
  • Schlafmittel können Schlafstörungen programmieren

Quelle: YinYang Fachmagazin, TCM Fachverband Schweiz
Autor: Dr. med. Adriane Röbe, Augsburg